Die Erde brennt – und Ravine liefern den passenden Soundtrack.
Das Debüt “Chaos And Catastrophes” der fünfköpfigen Band aus Portland schlägt eine Schneise zwischen Sludge, Doom, Stoner Rock und Blues-getränktem Heavy Metal. Was das Album herausragen lässt, ist seine Offenheit für Atmosphäre, Dramaturgie und Melodie. In “Deliver” – mit 7:20 Minuten der kürzeste der fünf Songs – etwa feuern Ravine erst schwere, beschleunigte Riffs ab, nur um den Song dann langsam in ein zähes Sludge-Doom-Ungetüm zu verwandeln. Hintenraus lodert ein psychedelisches Gitarren-Inferno, das Ravines Herz für Stoner Rock offenlegt.
Inhaltlich deutet das Album bruchstückhaft auf existenzielle Leere, gesellschaftlichen Zerfall und Endzeitbilder hin – vertont mit Paul Dudziaks heiserem, kehligem Gesang. Auch “Conjure” und “Prophecy” zeigen die Wandlungsfähigkeit der Band eindrucksvoll: Ersteres startet doomig und schwer, entwickelt dann ein treibendes Riff, das eindeutig an Black Sabbath s “Children Of The Grave” erinnert, und wechselt im weiteren Verlauf mehrfach Dynamik und Tonalität. “Prophecy” hingegen ist geradliniger, überzeugt mit swampigen Südstaaten-Gitarren und bluesiger Melancholie.
Die Produktion klingt warm, aber massiv – es gibt genug Raum für Details, genug Druck für Heaviness. “Chaos And Catastrophes” macht nicht viel neu, verbindet aber vieles auf genau die richtige Art und Weise. Ein vielseitiges, klug komponiertes Sludge-Doom-Debüt mit viel Gespür für Schwere, Spannung und Struktur.

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