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Soulfly - Chama

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Wertung der Originalkritik: 10/12

Soulfly gießen Öl in die Flammen. “Chama” (portugiesisch für Flamme/Berufung) bündelt in gut 30 Minuten Ritual, Groove und Attacke – straff, fokussiert, ungekünstelt produziert.

Auf “Indigenous Inquisition” beschwören Soulfly zum Auftakt mit Chants und Percussion die Ahnen, “Storm The Gates” stampft danach im bouncenden Midtempo nach vorn – geschichtete Trommeln, traditionell gefärbtes Riff, eine Hook gegen Kontrolle von oben. “Nihilist” liefert einen schnörkellosen Thrash/Death-Vorstoß, dessen Kante Todd Jones ( Nails ) mit seinem Gastgesang schärft.

Den heftigsten Moment setzt aber “Ghenna”: Michael Amott ( Arch Enemy ) zieht ein messerscharfes Lead, Max Cavalera attackiert am Mikro – unter zwei Minuten, wild, chaotisch. In “No Pain = No Power” pumpt Fear-Factory -Gitarrist Dino Cazares stählernen Rhythmus, Ben Cook ( No Warning ) und Gabe Franco ( Unto Others ) setzen dazu bissige Akzente beim Gesang. Im letzten Drittel von “Black Hole Scum” stoßen Soulfly die Höllenpforte weit auf – so böse haben die Brasilianer selten geklungen!

Doch auf “Chama” brennt mehr als pure Zerstörungswut: “Storm The Gates” als direkte Ansage, “Favela/Dystopia” mit Blick auf brasilianische Lebensrealität – Soulfly verstehen Metal weiterhin als Widerstandskunst. Kurz vor Schluss lässt das traditionell instrumentale “Soulfly XIII” durchatmen, bevor der Titelsong als groovende Midtempo-Walze mit kreischenden Gitarren den Deckel draufmacht. “Chama” verdichtet die Bandstärken gekonnt: rasender Bounce trifft rituellen Puls; Wut trifft Haltung.

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