Nach fünfjähriger Schaffenspause melden sich The Killers aus der Glitzermetropole Las Vegas zurück und haben mit »Wonderful Wonderful« ihr erwachsenstes und vielseitigstes Album dabei.
Nach ihrer letzten Platte »Battle Born« im Jahr 2012 verordneten sich The Killers eine Kreativpause. Frontmann Brandon Flowers veröffentlichte in dieser Zeit sein zweites Soloalbum, und auch Gitarrist Mark Stoermer begab sich allein ins Studio. Nun, fünf Jahre später, ist die Band aus Las Vegas endlich zurück und zeigt sich ebenso gereift wie experimentierfreudig. Das beweist schon der starke einleitende Titeltrack, der sich mit einer Mischung aus Hörnern, Bass und Schlagzeug um Flowers' Gesang herum aufbaut und den tanzbar-treibenden Zuckerguss-Pop-Rock der vorangegangenen Alben zugunsten einer fast progressiven Rock-Nummer beinahe gänzlich über Bord wirft. In der Folge bekommt der Hörer dann sowohl astreinen Stadion-Rock, der sich ohne Probleme auf einem U2-Album finden lassen könnte (»Life To Come«), als auch eine im feinsten Falsett-Gesang vorgetragene und von säuselnden Chören umspielte Pop-Ballade (»Some Kind Of Love«). Doch schlussendlich bleiben nur die Songs im Ohr, die den typischen Killers-Sound der vergangenen Veröffentlichungen aufgreifen: Die Singles »The Man«, vor allem aber »Run For Cover« sind kraftvoll, prahlerisch, gehen ins Ohr. Während also die musikalisch starken, ebenso vielseitigen wie vielschichtigen Tracks mit ihrem letzten Akkord auch aus dem Gedächtnis verschwinden, wird man die hitträchtigeren nur schwer wieder los. Und eigentlich will man das auch gar nicht, denn am Ende ist das Verlangen groß nach dem guten, alten, pompös-poppigen »Mr. Brightside«- oder »Human«-Sound. Und so ertappt man sich dabei, wie man emsig im CD-Regal kramt, statt kurz den Repeat-Knopf zu betätigen.

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