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The Danish Girl

© Focus Features The Danish Girl ist der neue Film der Oscar-Preisträger Tom Hooper (2011 Beste Regie für The Kings Speech und Eddie Redmayne (2015 Bester Hauptdarsteller in Die Entdeckung der Unendlichkeit ). Neben diesen beiden renommiert

© Focus Features
The Danish Girl ist der neue Film der Oscar-Preisträger Tom Hooper (2011 Beste Regie für The Kings Speech und Eddie Redmayne (2015 Bester Hauptdarsteller in Die Entdeckung der Unendlichkeit). Neben diesen beiden renommierten Namen ist der Film mit Alicia Vikander, Amber Heard, Ben Wishaw, Matthias Schoenaerts und Sebastian Koch bis in die Nebenrollen mit prominenten Darstellern besetzt.

Wie es sich für ein Oscar-Vehikel mittlerweile eigentlich schon geziemt, beruht The Danish Girl auf wahren Begebenheiten. In diesem Fall beschäftigt sich Regisseur Hooper mit der Geschichte der intersexuellen Lili Elbe, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Kopenhagen und Paris lebte und sich als eine der ersten Personen weltweit einer Geschlechtsumwandlung unterzog. 
Genauer gesagt befasst er sich mit dem Künstler-Ehepaar Einar und Gerda Wegener, gespielt von Eddie Redmayne und Alicia Vikander, wobei es sich bei Ersterem um besagte Lili Elbe handelt. Dabei adaptierten Hooper und Drehbuchautorin Lucinda Coxon die Biografie Elbes, die vom Amerikaner David Ebershoff 2002 veröffentlicht wurde.

The Danish Girl fängt vielversprechend an. Man lässt sich gern ins Kopenhagen des Jahres 1926 entführen, Redmayne und Vikander heißen Einen in den ersten Minuten auf wunderbare Art Willkommen. Vor allem Alicia Vikander sprüht vor Spielfreude und ist unfassbar süß und sympathisch. 
Relativ schnell entdeckt die Figur von Eddie Redmayne seine verborgene Seite und es entfaltet sich ein Hin und Her zwischen Einar und Lili, was von Redmayne perfekt dargestellt wird. Wie er von Szene zu Szene femininer wird, ist faszinierend anzuschauen. Leider ist bereits in diesem ersten Drittel des Films das Tempo hoch und die Handlungselemente kommen Schlag auf Schlag, wodurch der Film ein wenig gehetzt wirkt und seinen Charakteren nicht den Raum zur Entfaltung gibt, der nötig gewesen wäre, um sich emotional mit ihnen zu verknüpfen.

Das wird dem Film in seiner zweiten Hälfte dann auch zum Verhängnis. Zwar sind, wie es durchgehend der Fall ist, die Darsteller hervorragend und Ausstattung, sowie Kulissen perfekt - doch die Faszination, die vom inneren Konflikt Einars bzw. Lilis ausgeht, verschwindet nahezu komplett, da Hooper seinen Film nun mehr und mehr auf die Geschichte des Ehepaares Wegener konzentriert. Und da man emotional nicht zur Genüge involviert ist, lässt einen die zweite Hälfte des Films nahezu komplett kalt - zumindest war es bei mir so. 
Dies lag auch an der großen Zahl Klischees und der riesigen Portion Kitsch, die den faszinierenden Grund-Plot nach und nach von der Bühne verdrängten. Zweimal übernahmen diese Ärgernisse sogar so sehr die Überhand, dass ich mir das Lachen nur schwer verkneifen konnte. Und bei einem ersten, sehr  tragischen Film wie diesem, sollte sowas beim besten Willen nicht vorkommen.

Insgesamt kommt Hooper leider nicht ansatzweise an seine vorherigen Arbeiten Les Miserables und The Kings Speech heran. Dabei waren alle Voraussetzungen vorhanden - Redmayne ist die perfekte Besetzung, Vikander ist spielfreudig, sympathisch und stiehlt ihrem Darsteller-Kollegen öfter die Show, als es andersrum der Fall ist, sämtliche Nebenrollen sind über jeden Zweifel erhaben und der Film sieht auch noch toll aus - doch gerade weil man einen formidablen Eddie Redmayne in der Hauptrolle hat, hätte man sich deutlich mehr auf den Konflikt der Lili Elbe konzentrieren müssen und nicht die Beziehung der Hauptpersonen in den Mittelpunkt stellen dürfen. So entsteht ein Liebesfilm mit einem (zunächst) sehr interessanten Plot, toller Ausstattung und großartigen Darstellern, der den Zuseher aber viel zu kalt lässt und viel zu viele Klischees und Kitsch beinhaltet - wodurch er leider nicht großartig aus dem Mittelmaß heausstechen kann und wohl schnell aus dem Gedächtnis verschwinden wird. 
6 von 10 Punkten. Und wohl kein zweiter Oscar für Eddie Redmayne oder Tom Hooper.

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