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Regie: Fatih Akin
Besetzung: Anand Batbileg (Tschick), Tristan Göbel (Maik Klingenberg), Nicole Mercedes Müller (Isa)
Handlung: Der 14-jährige Maik ist der Außenseiter in seiner Klasse – bis Andrej Tschick Tschichatschow als neuer Mitschüler dazu stößt. Zu Beginn der Sommerferien steht der auf einmal mit einem geklauten Lada vor Maiks Tür und beide begeben sich auf einen Roadtrip mit dem Ziel, Tschicks Großvater in der Walachei zu besuchen. Dabei lassen sie ignorante Klassenkameradinnen, alkoholkranke Mütter und untreue Väter hinter sich. Natürlich begegnen sie auf ihrer Reise allerhand skurriler Personen, geraten in nicht weniger absurde Situationen und lernen im Endeffekt eine Menge über sich selbst und das Leben.
Zum Film: Die Verfilmung des 2010er Bestsellers von Wolfgang Herrndorf (der leider im Jahr 2013 den Freitod wählte), war seit längerem in der Planung und sollte zunächst von David Wnendt (Er ist wieder da) umgesetzt werden, bevor schließlich Fatih Akin (Gegen die Wand) diesen Job übernahm. Die Hauptrollen übernahmen Tristan Göbel, der bereits einige Schauspiel-Engagements vorweisen kann und der gänzlich unerfahrene Anand Batbileg. Herausgekommen ist eine durchweg sympathische Roman-Umsetzung, die mit einigen starken und amüsanten Szenen aufwartet – aber schlussendlich ziemlich belanglos bleibt und sich damit nicht lange im Gedächtnis festsetzen wird.
An den beiden Hauptdarstellern liegt dies nicht. Auch wenn man dem Schauspiel Anand Batbilegs die fehlende Erfahrung ansieht, so ist er doch stark besetzt und erfüllt die Rolle mit viel Leben. Und auch Tristan Göbel macht seinen Job wirklich gut. Das große Problem des Films ist das selbe, das ein großer Teil aller Literaturverfilmungen hat: Es wird vieles nur angeschnitten, als Nichtkenner des Romans fragt man an vielen Stellen nach dem Sinn. Der Film ist sehr sprung- und episodenhaft und durch das nur kurze Auftauchen einiger Figuren oder Handlungsorte, kann keinerlei Bindung, Sympathie oder Interesse aufgebaut werden, wodurch das Geschehen auf der Leinwand lediglich an einem vorbeizieht und man teilnahmslos auf die Leinwand starrt.
Auch wenn Fatih Akin und sein Team schöne und passende Bilder zustande gebracht und das Ganze mit einem guten Soundtrack unterlegt haben, hier ist alles furchtbar belanglos. So betrügt Maiks Vater seine alkoholkranke Frau und schlägt seinen Sohn. Tschick trinkt, stiehlt und fürchtet sich davor, ins Heim gesteckt zu werden. Aber bei all diesen (und noch viel mehr) Themen wird höchstens an der Oberfläche gekratzt – und auch wenn man merkt, dass der Roman dies wohl deutlich besser heraus gearbeitet hat: der Film Tschick ist viel, viel mehr Schein als Sein.
Tschick schneidet die meisten Themen nur an, arbeitet sie nicht heraus und somit plätschert der Film vor sich hin, tut dabei nicht weh, ist aber weder sonderlich tiefgründig noch mitreißend. Das ist wirklich schade, weil das eigentlich vorhandene Potential durchgängig erkennbar ist, auch ohne den, dem Film zugrunde liegenden, Roman zu kennen. Ein paar Minuten mehr als die 93, die es geworden sind, hätten Tschick wohl nicht geschadet.
Zurück bleibt so ein sympathischer, aber sehr durchschnittliches Coming of Age-Road Movie – für Buch-Kenner und 14-jährige sicher interessant, für mich aber nur 5,5 von 10 Punkten wert.

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